Achtung, ich bin linksliberal!

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Ich weiß gar nicht, warum es soweit gekommen ist, aber ich denke, dass die DDR-Geschichte mit Honecker, die UdSSR-Politik mit Stalin und (aus irgendeinem mir unerklärlichen Grund) auch Nordkorea dazu geführt haben, dass das Linkssein verpöhnt ist. Warum eigentlich? Zum Einen spielen wohl meinungsbildende Medien eine Rolle, zum Anderen meinungsbildende Politiker, ThinkThanks und Lobbyisten.

Sofort wird links sein mit Stalinismus, KimYonguninismus und Staatskapitalismus (gestern DDR, heute China) gleichgesetzt. Man verweist. Man verweist an seltsame nicht-linke Staaten und Regionen. Warum nicht-links? Ganz einfach: Links sein bedeutet sozial sein, links bedeutet offen sein, links bedeutet fair sein. Zumindest nach den Lehren aller Vordenker des linken Verständnisses. Warum ist dann Nordkorea links? Warum war die Honecker-DDR links? Warum soll China links sein?

War die DDR denn demokratisch, nur weil sie demokratisch im Namen trug? Ist die kommunistische Partei kommunistisch, nur weil sie kommunistisch im Namen trägt? Ist die AfD wirklich alternativ oder die CSU christlich-sozial? Und ist Erdogan wirklich demokratisch, wenn er dies sagt? Was ist mit Duterte? Was soll man von Thailand’s Militärjunta, was von Russland, was von Gambia oder Somalia halten? Genügt es etwas zu behaupten?

Anscheinend genügt dies, wenn man ganz klar Gegner denunzieren möchte: Gegner der egomanischen Politik, Gegner der Ungleichheit, Gegner der Grenzen, Gegner des Kapitals. Ist sowas zielführend? Jein.

Es mag sein, dass der Einzelne so viel Glück, Zufall und Erfolg haben kann, dass er zu Reichtum kommt, dass es ihm gut geht, dass er sich keine Gedanken mehr machen muss. So etwas ist natürlich schön und gut. Doch wäre es denn nicht besser, wenn es jedem so gut gehen könnte? Nein? Warum nicht?

Ich bin linksliberal – aus mehreren einfachen und logischen Gründen:

  • Ich möchte nicht, dass Menschen aufgrund des Systems hungern oder verdursten müssen!
  • Ich möchte nicht, dass man sich wegen Ressourcen abschlachtet!
  • Ich möchte nicht, dass sich ein paar Wenige alles teilen und die meisten Menschen nichts haben!
  • Ich möchte nicht, dass es eine Rolle spielt, ob man „deutsch“, „indisch“, „indonesisch“ oder „südafrikanisch“ ist!
  • Ich möchte nicht, dass es eine Rolle spielt, ob und an wen oder was man glaubt!
  • Ich möchte nicht, dass man Angst um die Existenz und die Zukunft seiner Kinder und Kindeskinder haben muss!
  • Ich möchte nicht, dass wir des Geldes wegen Wälder und Böden vernichten, Menschen vergiften oder Tiere foltern!
  • Ich möchte keinen Krieg mehr!
  • Ich möchte, dass wir Frieden groß schreiben!
  • Ich möchte, dass wir Gleichberechtigung groß schreiben!
  • Ich möchte, dass wir Gleichheit groß schreiben!
  • Ich möchte, dass wir Menschlichkeit und Brüderlichkeit groß schreiben!
  • Ich möchte, dass wir Tiere human behandeln und Tierschutz und -recht groß schreiben!
  • Ich möchte, dass wir Nachhaltigkeit groß schreiben!

Ich möchte ein friedliches, freies und sorgenloses Leben für alle. Deshalb bin ich linksliberal. Natürlich weiß ich, dass es nicht jedem gesundheitlich und emotional gut gehen kann, sodass er sorgenfrei und friedlich leben kann. Aber es wäre ein Fortschritt zumindestens jedem Menschen die selbe existenziell wichtige Möglichkeit und Chance zu geben zu leben. Es ist ein Traum von Liebe, Frieden, Freiheit, Toleranz, Akzeptanz, Gleichheit und Gleichberechtigung. Und solange sich das System nur um Zahlen dreht, wird mein Traum nur ein Traum bleiben.

Unser Planet braucht ein neues Gesellschaftssystem, dass den Afrikaner und Nah-Östler so fair behandelt, wie den Nordamerikaner und Westeuropäer. Unser Planet braucht eine gesellschaftliche Politik.

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