Das Wesen im Glashaus

Es ist soweit.
Der Tag.
Der Untergang.
Plötzlich ist er da.
Alles leergefegt.
Was war?
Was ist?
Was wird?
Ich wache mitten in einer zerstörten und verlassenen Gegend auf.
Ich sehe,
dass es regnet.
Das ist nicht nur ein gewöhnlicher Regen.
Nein.
Es ist anders.
Ich erkenne Steine,
Steine,
die vom Himmel regnen.

In der Ferne erkenne ich dann doch etwas.
Ein Wesen.
Gefangen.
Gefangen im Glashaus.
Der Regen ist noch entfernt vom Glashaus.
So scheint es.
Wieso sitzt ein Wesen,
welches ich nicht genauer definieren kann,
in einem Glashaus.
Warum regnet es Steine?
Was ist hier los?
Ob das eine Rolle spielt?
Es ist mir egal.
Die Welt geht unter,
so scheint es,
und es regnet Steine.
Ja, Steine.
Vielleicht kann ich noch etwas tun?
Ich möchte zu diesem Wesen.
Ich möchte es befreien.
Es ist gefangen.
Im Glashaus.
Ich laufe.
Schritt für Schritt,
ganz langsam.
Ecken und Kanten erkenne ich.
Eine Tür.
Ich freue mich.
Ich möchte helfen.
Es befreien.
Das Wesen sieht traurig aus.
Ich gehe zur Türe.
Ich drücke,
ziehe,
mache.
Nichts.
Einfach nichts.
Der Steineregen in unserer Nähe scheint gewaltiger zu werden.
Das Fallende wird größer.
Krater bilden sich.
Immer größere Krater,
immer mehr,
immer mehr.
Die Steine,
sie fallen und fallen und fallen.
Die Welt geht unter.
Ich schau‘ ins Glashaus.
Ich habe Angst.
Ich möchte retten.
Es und mich.
Ich schaue mich um.
Nichts,
womit ich helfen kann.
Langsam wird es eng.
Als wäre es nicht genug,
dass die Situation mich überfordert.
Nein.
Es ist wie im Traum.
Steine regnen,
ein Wesen,
gefangen im Glashaus,
niemand zu sehen,
alles zerstört.
Wo bin ich?
Mein Geist möchte helfen.
Egal,
was auch ist.
Egal,
wie es auch endet.
Mein Geist ist mein Herz.
Mein Geist ist mein Kopf,
mein Körper.
Mein Geist bin ich.
Ich schau‘ ins Glashaus.
Das Wesen blickt in meine Richtung.
Die Mundwinkel gehen hoch.
Es lacht.
Ich mache deutlich,
dass die Situation ernst ist.
Das Wesen lacht.
Es gibt nichts zu lachen.
Ich muss dich retten.
Das Wesen lacht.
Es holt etwas hervor,
einen Schlüssel.
Es lacht.
Steine regnen.
Das Glashaus wird getroffen.
Der Regen ist nun auch hier angekommen.
Nichts passiert.
Das Glashaus ist stabil.
Der Regen ist bei mir,
bei uns.
Das Wesen lacht mich an.
Es lacht mich aus.
Langsam verstehe ich.
Es ist in Sicherheit.
Es lacht mich aus,
nicht an.
Es hagelt Steine.
Ich werde getroffen.
Mit meinen Augen schaue ich nach dem Wesen im Glashaus,
während ich auf dem Boden liege.
Getroffen.
Bewegungslos.
Es lacht noch mehr als zuvor.
Es lacht und lacht und lacht,
als hätte es gewusst,
was passiert.
Es lacht.
Ich blute.
Es lacht.
Meine Augen gehen zu.
Ich höre noch das Lachen.

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