Die Nafri-Debatte

,

Wenn man schon immer aufgrund des äußeren Erscheinungsbildes und somit der Herkunft selektiert wird, ist das kein Spaß. Es macht keinen Spaß aussortiert zu werden. Es macht keinen Spaß festgehalten zu werden – immer wieder kontrolliert zu werden. Es ist ja nicht so, dass nur die Polizei Menschen mit Migrationsgeschichte aussortiert oder anders behandelt. Es geht nicht um Nafri. Es geht um mehr. Denn es passiert immer wieder – in öffentlichen Verkehrsmitteln, beim Bäcker, beim Amt, auf dem Gehweg, im Treppenhaus, überall. Aber vom Alltagsrassismus spricht man nicht. Warum auch? Es betrifft nicht die Mehrheit, die Vorurteilen und rassistischen Klischees ausgesetzt ist. Es betrifft Minderheiten, wie überall sonst auch.

Am wenigsten Spaß macht es aber zu lesen, dass die meisten Kommentare genau diese rassistische Stereotypisierungen verteidigen. Ich habe nichts getan – sowie Millionen Mitmenschen in Deutschland auch. Warum werden wir wie Kriminelle behandelt? Warum findet Ihr es gut? Wir sind doch gleich, dachte ich. Zumindest, wenn wir nach unserem Grundgesetz gehen, aber der scheint ja hier keine Rolle zu spielen – warum auch immer.

Zwar ist unsere Gesellschaft mehrheitlich progressiv (so fühl ich das zumindest, also postfaktisch), aber sie muss noch viel lernen und verstehen, z.B., dass auch Migranten, Frauen, Homosexuelle, Andersdenkende usw. Gefühle haben. Sie muss lernen, dass auch andere Menschen fühlen. Sie muss lernen, dass auch Andere Menschen sind.

Nur so können wir wirklich miteinander leben. Nur so.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.