Filterblasen und Echokammern

Cass Sunstein, Jura-Professor, warnt bereits 2004 vor Echokammern im Internet. Auch Internetaktivist Eli Pariser beschäftigt sich mit dem Thema. Er kritisiert Filter- bzw. Informationsblasen, die die Realität und die Wahrnehmung von den im Netz agierenden Menschen beeinflussen. So beschreibt er 2011 Filterblasen als eine unsichtbare und automatisierte Propagandatechnologie, die den Menschen mit seinen eigenen Vorstellungen und Ideen indoktriniert.

Diese Echokammern bzw. Filterblasen zeigen den Usern in sozialen Netzwerken aber auch im Internet genau die Inhalte und Quellen, die sie sehen wollen. Oft bemerken Menschen nicht, dass sie Inhalte aufgrund einer automatisierten Software erhalten. So kommt es dazu, dass ein Mensch, der bestimmte politische Ansichten hat, aufgrund seiner Suchanfragen, Likes, Shares, Veröffentlichungen und weiteren personalisierten Daten oft nur noch das angezeigt bekommt, womit er sich auch zuvor beschäftigt hat.

Vorgefasste Meinungen können dadurch befördert werden. Ulf Buermeyer, von Beruf Richter, macht deshalb auch soziale Netzwerke wie Facebook aufgrund ihrer auf Algorithmen basierender Filterblasen für die Verbreitung von Rechtsextremismus in der Gesellschaft verantwortlich. Soziale Netzwerke seien zwar nicht die Ursache des Hasses, jedoch fungieren sie mit ihrem Daten-Automatismus als Förderer der Fremdenfeindlichkeit.

Zieht man nun in Betracht, dass SM immer häufiger zur Informations- und Meinungsverteilung genutzt werden, können Filterblasen, Echokammern und Informationsblasen zu einer Wahrnehmungsveränderung der Nutzer von SM in der politischen und gesellschaftlichen Landschaft führen.

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