Selbstbetrug: Atheisten und religiöse Muster

Es ist für mich als Atheisten immer wieder bemerkenswert, wenn selbsternannte Atheisten den traditionell religiösen Weg gehen, sobald sie glauben „erwachsen“ zu werden. Sie füllen die leeren Muster und Formen aus, die ihnen diktiert wurden, nur um dem gerecht zu werden, was sie propagiert bekommen haben, auch wenn sie zeit ihres Lebens diese Pflichten verabscheut haben. Man möchte den klassischen, traditionellen und regressiven Weg gehen. Da ist kein Platz für freie Entfaltungen. Und sowieso kein Platz für Evolution.

Sein ganzes Leben erkennt man die Fehler einer Religion und Gesellschaft, nimmt Stellung und Haltung dagegen, versucht sich weltbürgerlich und freigeistlich, um aber dann doch sich, seinen Nachwuchs und seine Identität zu verraten. Man ist nicht gewillt, Rituale zu brechen. Man hat vielleicht doch keinen eigenen Standpunkt. Vielleicht ist man aber auch zu schwach, um sich dem Standard zu entziehen. Vielleicht ist man aber auch zu kleingeistig, um die Ketten des Systems durchbrechen zu können. Vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, ist es aber auch zu anstregend ein Individuum zu sein, weswegen man den einfachen Weg geht. Denn Denken war ja auch seinerzeit anstrengend und hat viele Zellen benötigt.

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