Soziale Medien: Denkmal für die ermordeten Juden Europas

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Internet – Fluch und Segen. Soziale Medien – Fluch und Segen. Ich sehe nun, was Du machst. Du zeigst Dich in verschiedenen Posen. Du präsentierst Dich mal hier, mal dort. Du, ich, wir möchten uns mitteilen. Wir tun es auch. Doch, Du hast nun etwas anderes besucht. Du warst in Berlin. Genauer warst Du beim Mahnmal, beim Holocaust-Mahnmal. Dieses wurde erbaut, um an die ermordeten und gequälten Juden zur Nazizeit zu gedenken. Und Du machst nun ein Foto – berechtigt. Du willst mit auf dem Bild sein – okay. Doch wieso posierst Du so respektlos herum?
Warum verschandelst Du dieses Foto mit Grimassen, Spielereien usw. Dieser Ort stellt ein Denkmal dar. Millionen Menschen wurden umgebracht. Und jetzt schießen Millionen Menschen Fotos, und als wäre dieses Mahnmal irgendwie umbedeutend, posieren sie herum, wie auf einem Spielplatz: Klettern, hüpfen, machen Faxen. Ich bin weder religiös, noch anders als Ihr, aber eines habe ich seit Jahren verstanden. Ohne Respekt und Menschlichkeit ist eine Gesellschaft wertlos. Ohne Respekt und Menschlichkeit hat sie nichts mehr. Auch wenn Ihr keinen Bezug zum Judentum oder zum Holocaust hattet und habt, solltet Ihr wenigstens verstehen wollen, dass vor nicht einmal 100 Jahren ein Verbrechen stattfand, welches die Weltgeschichte und die Gegenwart entscheidend verändert hat. Unzählige Länder und Multimillionen Tote, Vergewaltigte, Vertriebene. Wir können die Zukunft nur besser formen, wenn wir die Geschichte verstehen und kennen. Sonst geht es lediglich so weiter wie gestern…

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